Fragen und Antworten

Transparenz ist der Schlüssel zu unserem Pumpspeicherprojekt.

F:

Warum hat sich Vattenfall für diesen Standort entschieden?

A:

Die Standortwahl basiert auf einer Kombination technischer und raumplanerischer Kriterien. Die erhebliche Nennfallhöhe und die große potenzielle Energiespeicherkapazität machen es möglich, einen wichtigen Beitrag zur zuverlässigen Stromversorgung der Gesellschaft zu leisten. Die Raumverträglichkeit wurde im Rahmen eines abgeschlossenen Raumordnungsverfahrens bestätigt. Zudem verfügt Vattenfall in Thüringen über langjährige Betriebserfahrung mit Pumpspeichern, darunter der moderne Pumpspeicher Goldisthal.

F:

Wie sind der Planungsstand und der Zeitplan für das Projekt?

A:

Das Projekt befindet sich in einer frühen Planungsphase. Eine aktualisierte hydrologische Machbarkeitsstudie wurde beauftragt, deren Ergebnisse positiv ausfielen. Weitere Vorplanungen und das Planfeststellungsverfahren folgen. Die Antragseinreichung ist frühestens für 2028 vorgesehen. Eine Investitionsentscheidung erfolgt nach Abschluss aller Verfahren und unter Berücksichtigung regulatorischer und marktlicher Rahmenbedingungen.

F:

Warum müssen langwierige Untersuchungen angestellt werden, wenn Großspeicher so dringend benötigt werden?

A:

Großspeicher sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Dennoch unterliegen Projekte wie PULS umfangreichen Genehmigungsverfahren, in denen Umwelt- und Sozialverträglichkeiten geprüft und die Öffentlichkeit beteiligt wird. Diese Anforderungen gelten für alle vergleichbaren Vorhaben und dienen dem Schutz von Mensch und Natur.

F:

Kann der PCI-Status helfen, das Genehmigungsverfahren zu verkürzen?

A:

Die Einstufung als „Project of Common Interest“ (PCI) kann das Vorhaben auf europäischer Ebene unterstützen und die Relevanz im Abwägungsprozess unterstreichen. Das Genehmigungsverfahren selbst wird jedoch weiterhin rechtskonform und sorgfältig durchgeführt.

F:

Ist mit dem PCI-Status auch eine finanzielle Förderung verbunden?

A:

Für bestimmte Untersuchungsgegenstände besteht die Möglichkeit einer Förderung. Vattenfall prüft derzeit, ob und in welchem Umfang diese Optionen genutzt werden können.

F:

Welche Investitionen plant Vattenfall am Standort, wie viele Arbeitsplätze werden geschaffen?

A:

Das Investitionsvolumen liegt voraussichtlich im dreistelligen Millionenbereich (Stand: Vorplanung 2025). Die Anzahl der Arbeitsplätze variiert je nach Projektphase. Neben temporären Beschäftigungseffekten trägt das Projekt zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region bei. Der schwedische Mutterkonzern Vattenfall AB (Aktiebolag) unterstützt das Vorhaben strategisch.

F:

Hat Vattenfall die erforderlichen Grundstücke bereits gesichert?

A:

Rund 90 Prozent der etwa 400 vertraglich gebundenen Flurstücke wurden erworben. Zudem bestehen Pachtverträge mit regionalen Agrargenossenschaften. Weitere Grundstücksankäufe erfolgen projektabhängig.

F:

Was bringt das Vorhaben den Anlieger-Gemeinden?

A:

Großprojekte wie PULS können regionale Wertschöpfung generieren. Konkrete Aussagen hierzu sind nach einer finalen Investitionsentscheidung möglich.

F:

Ist vor dem Hintergrund des Klimawandels genug Wasser in der Projektregion vorhanden?

A:

Die hydrologische Eignung ist ein zentrales Kriterium im Genehmigungsprozess. Vattenfall hat gemeinsam mit dem Klimakompetenzzentrum Thüringen eine hydrologische Langzeitstudie bis 2100 unter verschiedenen Klimaszenarien durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen die grundsätzliche Eignung des Standorts.

F:

Anders als Batteriespeicher sind Pumpspeicherwerke nicht auswechselbar, sondern stehen viele Jahrzehnte. Sind die Rahmenbedingungen in Deutschland ausreichend, um weiter in solche langfristigen Projekte zu investieren?

A:

Langfristige Investitionen erfordern stabile regulatorische Rahmenbedingungen. Aspekte wie Speicherdefinition und Netzentgelte sind dabei entscheidend. Vattenfall beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und bringt sich aktiv in die Diskussion ein.

F:

Könnten wir uns Speicherkraftwerke – egal ob Pumpspeicher oder Batterie – sparen, wenn wir Kernkraft auch in Deutschland nutzen würden?

A:

Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde in Deutschland politisch beschlossen. Auch mit Kernkraft wären aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Energien zusätzliche Speicher notwendig. Pumpspeicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität – unabhängig vom Energiemix.

F:

In Dresden wurde der Pumpspeicher Niederwartha stillgelegt. Wie passt das mit dem beabsichtigen Neubauprojekt PULS zusammen?

A:

Das PSW Niederwartha wurde nach fast 100 Jahren außer Betrieb genommen, da es den heutigen technischen und wirtschaftlichen Anforderungen nicht mehr genügt. Die topografischen Gegebenheiten führten zu einem ungünstigen Wirkungsgrad. Das Projekt PULS basiert dagegen auf anderen Voraussetzungen und erfüllt die Anforderungen an moderne Speicherlösungen.